KINDgerecht

 

Der Befall von Kindern mit Kopfläusen ist ein immer wieder auftretendes Problem in 

Gemeinschaftseinrichtungen. Die Bekämpfung erfordert eine enge Zusammenarbeit 

zwischen Eltern/Erziehungsberechtigten, Gemeinschaftseinrichtung und Gesundheitsamt. Wichtig ist, dass beim Auftreten von Kopfläusen rasch und konsequent gehandelt 

wird. Die Eltern sind gemäß §34 Abs. 5 IfSG verpflichtet, bei Kopflausbefall ihres Kindes, sofort die Gemeinschaftseinrichtung zu informieren, diese leitet personenbezogene 

Daten an das Gesundheitsamt weiter (Kopfläuse - was kann ich tun, Merkblatt für Eltern 

und Erziehungsberechtigte, Landesgesundheitsamt, Stand: November 2008). 

Noroviren sind weltweit verbreitet und zählen in Deutschland zu den häufigsten Erregern infektiöser Magen-Darminfektionen. Die Viren sind äußerst umweltstabil und sehr 

ansteckend. Infektionen mit Noroviren treten besonders häufig in den Wintermonaten 

auf. Die Ausscheidung der Viren erfolgt über den Stuhl des Menschen oder durch Bildung virushaltiger Aerosole während des Erbrechens. Es besteht eine sehr hohe Infektiosität. Dies erklärt auch die sehr rasche Ausbreitung innerhalb von Gemeinschaftseinrichtungen. Da der erkrankte Mensch mit seinem Stuhl sehr große Mengen an Viren 

ausscheidet, spielt die direkte Übertragung von Mensch zu Mensch die größte Rolle. 

Eine Übertragung ist zum einen möglich durch eine sogenannte Schmierinfektion, also 

über nicht ausreichend gesäuberte Hände nach Toilettenbenutzung. Infektionen können 

aber auch von kontaminierten Nahrungsmitteln oder Getränken ausgehen. Auch ist eine 

Übertragung durch kontaminierte Gegenstände möglich. 

Die wichtigsten Krankheitszeichen sind akut beginnendes heftiges Erbrechen, starke 

Durchfälle, ausgeprägtes Krankheitsgefühl, krampfartigen Bauchschmerzen, Kopf- und 

Muskelschmerzen. Die betreffenden Personen sind insbesondere während der akuten 

Erkrankung und mindestens 2 Tage, oft jedoch bis zu 2 Wochen nach Abklingen der 

klinischen Symptome ansteckungsfähig. Damit ist eine sorgfältige Beachtung allgemein 

üblicher Hygieneregeln (Händewaschen vor dem Umgang mit Lebensmitteln sowie vor 

Einnahme von Speisen und insbesondere nach jedem Toilettengang) auch im Anschluss an eine Erkrankung von außerordentlicher Bedeutung. 

Bei infektiösen Magen-Darminfektionen in Schulen, z. B. Verdacht auf Norovirusinfektionen müssen symptomatische Kinder umgehend nach Hause geschickt und/oder 

von Angehörigen abgeholt werden. Der Kontakt zu anderen Kinder ist zu minimieren, 

die Betreuung ist günstigerweise durch eine Einzelperson sicherzustellen. Erbrochenes 

und Stuhl müssen mit Einmalwischlappen entfernt werden. Abschließend sind die kontaminierten Flächen mit einem geeigneten viruzid wirksamen Flächendesinfektionsmittel 

gewischt werden. Die wichtigste Maßnahme ist die sorgfältige Einhaltung der Händehygiene und Desinfektion.  

Die Leitung der Gemeinschaftseinrichtung ist vom Personal oder den Eltern über das 

Auftreten oder den Verdacht einer Norovirus-Erkrankung zu informieren (§ 34 Abs. 5 

IfSG) und diese muss umgehend das Gesundheitsamt (§ 34 Abs. 6 IfSG) benachrichtigen. 

Influenza, die Grippe - hervorgerufen durch Influenzaviren -, ist eine fieberhafte Erkrankung der Atemwege. Sie ist hoch ansteckend und wird durch kleinste Tröpfchen 

beim Niesen und Husten oder beim Händeschütteln leicht übertragen. Klinische Anzei-

26 Landesgesundheitsamt Baden-WürttembergMusterhygieneplan für Kindertagesstätten - Teil I: Infektionsschutz 

chen sind plötzlich einsetzendes hohes Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen, trockener 

Reizhusten, Schüttelfrost und Schweißausbrüche. Auch bei jungen Menschen besteht 

ein schweres Krankheitsgefühl. Wegen des engen Personenkontaktes in Gemeinschaftseinrichtungen spielen Kinder und Jugendliche als Reservoir für die Weiterverbreitung eine große Rolle. 

Seit Mai 2009 zirkuliert ein neues Influenza-Virus, anfangs als Schweine-Grippe bezeichnet, nun: Neue Influenza A/H1N1. Das Virus ist hochansteckend. Charakteristika 

sind z. B. die rasche Verbreitung in der menschlichen Bevölkerung, die Verlagerung 

schwerer Erkrankungen in jüngere Altersgruppen und die großen regionalen Unterschiede in der Ausbreitung. Bisher ruft die pandemische Influenza A/H1N1  

überwiegend leichte Erkrankungen und vorwiegend in der jungen Bevölkerung hervor. 

Aus medizinischer Sicht wird dringend empfohlen das persönliche Erkrankungsrisiko 

durch einfache Verhaltensmaßnahmen deutlich zu reduzien: 

•  Regelmäßiges Händewaschen mit Wasser und Seife, 

•  beim Husten sollte in ein Einmal-Taschentuch oder in den Ärmel gehustet werden   

 und nicht in die Hand, 

•  benutzte Papiertaschentücher sollten direkt entsorgt werden, 

•  Räume sollten regelmäßig gelüftet werden (3 - 4 mal täglich für 10 Minuten),  

•  auf engen Körperkontakt möglichst verzichten, wie z. B. Umarmungen, Küssen,  

Händeschütteln, 

•  Keine gemeinsamen Trinkgefäße oder Geschirr benützen. 

Ein Krankheitsverdacht ist derzeit bei Personen gegeben, die plötzlich an den o.g. Grippe-Symptomen leiden. Personen mit entsprechenden Beschwerden sollten die Gemeinschaftseinrichtung nicht besuchen und sich bei ihrem Hausarzt vorstellen, am besten ihren Besuch dort telefonisch anmelden. In diesem Zusammenhang weisen wir auf 

die aktuellen RKI-Empfehlungen hin (www.rki.de).Vor diesem Hintergrund ist es für 

Schulen ratsam, entsprechende Vorkehrungen zu treffen, um bei einem Ausb

 

 

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